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Huda Beauty Skandal: Welche Folgen hat er für die Marke?

Redaktion Redaktion
  • Juni 17, 2026

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Der Begriff Huda Beauty Skandal bezeichnet eine Serie von öffentlich diskutierten Vorwürfen gegen Huda Beauty und Huda Kattan, die sich vor allem über Social Media verbreiteten und von Produktsicherheit bis Kulturaneignung reichen.

Für eine belastbare Einordnung zählt weniger die Lautstärke einzelner Posts als die Frage, welche Punkte durch überprüfbare Quellen wie INCI-Listen, EU-Kosmetikrecht, Händlerhinweise oder dokumentierte Markenstatements gestützt sind.

Wichtige Fakten auf einen Blick

  • Der Huda Beauty Skandal umfasst Vorwürfe zu Produktsicherheit, Kulturaneignung und irreführender Werbung, die Beweislage ist gemischt und reicht von überprüfbaren INCI-Listen bis zu reinen Social-Media-Gerüchten.
  • Messbare Folgen zeigen sich vor allem in Kommentarsentiment, Review-Trends und vereinzelten Sortimentsentscheidungen einzelner Händler, während die Kernzielgruppe die Marke häufig weiter nutzt.
  • Die Krisenkommunikation von Huda Beauty wirkte in mehreren Wellen defensiv und zeitlich verzögert, was Kritik verstärkte, Glaubwürdigkeit entsteht erst durch nachprüfbare Transparenzmaßnahmen.
  • Für DACH-Verbraucher ist die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 der zentrale Maßstab, sie verlangt Sicherheitsbewertung, verantwortliche Person und eine nachvollziehbare Inhaltsstoffdeklaration (INCI).
  • Wenn es um Reizungen geht, sind 24-48 Stunden Patch-Test am Unterarm eine pragmatische Selbstschutzmaßnahme, besonders bei Duftstoffen, Säuren oder stark pigmentierten Produkten.
  • Wer Vorwürfe zu „gefährlichen Inhaltsstoffen“ prüfen will, sollte die vollständige INCI-Liste, Warnhinweise und die Chargenkennzeichnung auf Verpackung und Produktseite abgleichen und Screenshots mit Datum sichern.

Huda Beauty Skandal: Die Vorwürfe im Überblick

Die öffentlich sichtbare Dynamik folgt meist einem wiederkehrenden Muster: Ein Clip oder Thread nennt einen konkreten Anlass (zum Beispiel eine irritierte Haut nach einem Produkt), wird von größeren Accounts aufgegriffen und mit breiteren Anschuldigungen verknüpft. Unter Schlagworten wie Beauty Skandal 2024 kursierten solche Beiträge vor allem auf TikTok, Instagram und X, oft mit Screenshots aus Shops, Kurz-Ausschnitten aus Tutorials oder einzelnen INCI-Zeilen, die aus dem Kontext gerissen wurden.

In der Chronologie lassen sich typischerweise drei Stufen unterscheiden. Stufe 1 ist ein Einzelfallbericht (Hautreaktion, bröselnde Textur, starker Duft). Stufe 2 verallgemeinert den Einzelfall zu „Produktqualität“ oder „Produktsicherheit“. Stufe 3 erweitert das Thema um ethische Dimensionen wie Kulturaneignung oder „irreführende Werbung“, weil diese Vorwürfe hohe Reichweite erzeugen und sich ohne Dokumente schwer widerlegen lassen.

Inhaltlich bündeln sich die Anschuldigungen in vier Hauptkategorien:

  • Produktqualität: Kritik an Konsistenz, Haltbarkeit, Oxidation, Abfärben oder „Charge X sei anders als Charge Y“. Solche Aussagen sind ohne Chargenvergleich nicht belastbar, sie können aber als Indiz dienen, wenn viele Nutzer dieselbe Chargennummer nennen.
  • Inhaltsstoffe und Verträglichkeit: Vorwürfe, einzelne Stoffe seien „toxisch“ oder „hormonell“, oder Deklarationen seien missverständlich. Prüffähig ist hier vor allem, ob die INCI-Liste vollständig ist und ob Pflichtkennzeichnungen eingehalten werden.
  • Werbeversprechen: Diskussionen über Vorher-Nachher-Darstellungen, Filtereinsatz oder stark inszenierte Lichtsetzung. Hier zählt, ob konkrete Claims (zum Beispiel „klinisch getestet“) belegt werden.
  • Ethische Kritik: Kulturaneignung, problematische Kampagnenästhetik, Umgang mit Kritik, und teils auch Vorwürfe zu Arbeitsbedingungen in Lieferketten, die ohne Auditberichte kaum verifizierbar sind.

Belegbar sind meist nur Teile des Gesamtpakets: INCI-Listen, Packungsangaben, offizielle Produktbeschreibungen, öffentlich einsehbare Händlerseiten und rechtliche Rahmenbedingungen. Nicht belegbar bleiben häufig Behauptungen, die auf anonymen „Insider“-Stories beruhen oder auf Screenshots ohne Quelle, Zeitstempel oder vollständigen Kontext.

Wer ist Huda Kattan und wie groß ist ihr Beauty-Imperium?

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Foto von Rosa Rafael auf Unsplash

Huda Kattan ist als Beauty-Influencerin bekannt geworden und hat ihre Reichweite in ein Markenmodell überführt, bei dem persönliche Autorität und Produktvertrieb eng gekoppelt sind. Ihre Sichtbarkeit entstand über Social-Media-Plattformen, später kamen eigene Produktlinien dazu, die stark über Tutorials, Launch-Kampagnen und Creator-Kooperationen vermarktet werden.

Für die Einordnung eines Influencer Skandal ist das Geschäftsmodell entscheidend: Wenn die Gründerperson zugleich Testimonial und Krisensprecherin ist, trifft Kritik nicht nur ein Produkt, sondern die gesamte Vertrauensarchitektur. Ein Kernmechanismus ist dabei die Verkürzung der Informationskette. Ein Post ersetzt für viele Käufer klassische Beratung oder unabhängige Tests, was die Fallhöhe bei Kontroversen erhöht.

Belastbare Größenordnungen lassen sich am ehesten über Plattformdaten und offizielle Markenauftritte prüfen, nicht über Gerüchte zu Umsatz oder Gewinn. Wer Reichweitenangaben überprüfen will, sollte direkt in den öffentlich einsehbaren Profilen nachsehen und Screenshots mit Datum archivieren, weil sich Zahlen (Follower, Views) laufend ändern. Für Produktkategorien, Vertriebskanäle und offizielle Aussagen ist die Markenwebsite die primäre Referenzquelle, weil dort die rechtlich relevante Produktkommunikation steht, nicht der virale Clip. Als Startpunkte eignen sich die offiziellen Präsenzen von Huda Beauty und Huda Kattan, weil dort auch Launch-Ankündigungen und Statements gebündelt werden: offizielle Website von Huda Beauty und das Instagram-Profil von Huda Kattan.

Die Positionierung liegt klar im höherpreisigen Beauty-Segment, sichtbar an limitierten Drops, starken Kampagnenbildern und einer Kommunikation, die auf Performance und optische Effekte setzt. Das macht die Marke anfällig für eine spezifische Form von Huda Beauty Kritik: Wenn ein Produkt den visuellen „Social Proof“ nicht liefert, kippt die Wahrnehmung schneller als bei rein funktionalen Konsumgütern.

Die wichtigsten Kontroversen: Von Inhaltsstoffen bis Kulturaneignung

Der häufigste Ankerpunkt in Diskussionen ist Produktsicherheit, weil sich damit starke Begriffe wie „gefährlich“ oder „giftig“ verbinden lassen. Für DACH ist der harte Referenzrahmen die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Sie schreibt vor, dass kosmetische Mittel vor dem Inverkehrbringen sicher sein müssen, eine „verantwortliche Person“ benannt wird und eine Sicherheitsbewertung vorliegt. Der Text ist öffentlich abrufbar über EUR-Lex: EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 auf EUR-Lex.

Ein praktischer Prüfpunkt bei Inhaltsstoffdebatten ist die INCI-Deklaration auf Verpackung und Produktseite. Sie listet Inhaltsstoffe in absteigender Konzentration, ab etwa 1 Prozent ist die Reihenfolge typischerweise relevant, darunter dürfen Stoffe nachrangig gelistet werden. Aus der INCI-Liste allein folgt nicht automatisch ein „Skandal“, aber sie erlaubt eine überprüfbare Diskussion, zum Beispiel über Duftstoffe oder bekannte Kontaktallergene.

Bei Duftstoffen ist ein EU-Fakt für die Einordnung hilfreich: Für bestimmte Duftstoffallergene gilt eine Kennzeichnungspflicht, klassisch wird in Verbraucherinformationen häufig die Zahl 26 genannt. Wer eine behauptete „Verschleierung“ prüfen will, kann die INCI-Liste auf diese Allergenbezeichnungen abgleichen und mit der eigenen Sensibilisierung abgleichen, statt sich auf pauschale TikTok-Listen zu verlassen. Für Verbraucherinformationen zu Kosmetika und Kennzeichnung in Deutschland ist das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ein belastbarer Einstieg: Informationen des BVL zu Verbraucherprodukten.

Die zweite große Kontroverse ist Kulturaneignung. Hier drehen sich Debatten oft um Produktnamen, visuelle Codes in Kampagnen oder die Übernahme kulturell aufgeladener Stilelemente, ohne dass Herkunft oder Kontext sauber benannt werden. Solche Vorwürfe sind selten juristisch einklagbar, sie wirken aber reputationsseitig, weil sie in Kommentaren und Creator-Analysen dauerhaft auffindbar bleiben. Prüffähig wird der Vorwurf dort, wo konkrete Assets genannt werden: Kampagnenbilder, Produktnamen, Pressetexte. Ohne diese Primärquellen bleibt es eine Behauptung.

Ein dritter Block sind Werbeaussagen rund um Performance: extrem deckende Concealer, „filterfreie“ Ergebnisse, Haltbarkeit über viele Stunden. Rechtlich relevant wird es, wenn mit „klinisch getestet“ oder quantifizierten Wirkversprechen gearbeitet wird. In DACH greifen dann neben Wettbewerbsrecht auch Leitlinien zur kosmetischen Werbung. Wer solche Claims diskutiert, sollte Screenshots mit URL und Datum sichern, weil Produktseiten nachträglich angepasst werden können.

Ein vierter, oft genannter Vorwurf im Kosmetik Skandal Umfeld sind Lieferketten, Arbeitsbedingungen oder Tierethik. Ohne Auditberichte, Zertifikate oder unabhängige Untersuchungen lässt sich hier wenig belegen. Für Leser ist der praktische Schritt: Nur Aussagen werten, die auf einem dokumentierten Prüfstandard beruhen, etwa klar benannten Zertifizierungen oder veröffentlichten Prüfberichten, statt auf anonymen „Factory“-Stories.

Wie reagierte Huda Beauty auf die Vorwürfe?

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Foto von ola szkolda auf Unsplash

Bei Kontroversen rund um Inhaltsstoffe, Werbung oder kulturelle Sensibilitäten setzte Huda Beauty typischerweise auf eigene Kanäle, vor allem Instagram-Statements (Feed und Stories), kurze Video-Statements sowie begleitende FAQ- oder Klarstellungstexte auf der Website. In Phasen, in denen Debatten stark über Creator liefen, wurden Reaktionen häufig kurz nach dem Anstieg der Viralität sichtbar, erst als knappe Stellungnahme und anschließend in den folgenden Tagen durch ergänzende Antworten in Kommentaren oder Interviews mit Branchenmedien.

Inhaltlich ähneln sich die Argumentationslinien: Bei Produktkritik wird oft auf Konformität mit regulatorischen Vorgaben verwiesen (INCI-Transparenz, Sicherheitsbewertungen, verantwortungsvolle Herstellung) und darauf, dass Reizungen oder Unverträglichkeiten individuell ausfallen können. Bei Vorwürfen zu Kampagnenmotiven oder Naming wird eher über Intention und fehlende verletzende Absicht argumentiert, teils kombiniert mit dem Hinweis auf die eigene multikulturelle Markenidentität.

Konkrete Maßnahmen sind in solchen Fällen für Außenstehende am besten an sichtbaren Änderungen zu erkennen: aktualisierte Produktseiten (angepasste Claims, ergänzte Hinweise zur Anwendung), nachträgliche Klarstellungen, gelegentliche Entschuldigungen für unglückliche Formulierungen oder, falls nötig, das leise Auslisten einzelner Assets. Produktrückrufe sind im Kosmetikbereich selten und würden üblicherweise über Handelspartner und Behördenkommunikation auffallen, in Debatten wird häufiger über Rezeptur- oder Verpackungsupdates gesprochen als über formale Rückrufe.

Beobachter bewerteten die Krisenreaktion je nach Fall unterschiedlich: Eine defensive Abwehr wirkt kurzfristig stabilisierend, kann aber als Ausweichen gelesen werden. Proaktive Aufklärung, etwa durch nachvollziehbare Quellen, klare Datumsangaben und konsistente Q&A, wird dagegen meist als professioneller wahrgenommen. Schweigen reduziert oft die Eskalation im Feed, lässt jedoch Raum für Spekulationen und „Screenshot-Narrative“.

Messbare Folgen: Umsatz, Reichweite und Markenimage

Ökonomische Folgen lassen sich bei Beauty-Skandalen selten sofort in harten Zahlen belegen, weil private Unternehmen keine Produktlinien-Umsätze veröffentlichen. Messbar wird der Effekt eher indirekt: kurzfristige Nachfragedellen bei einzelnen Launches, sichtbare Rabatt-Intensivierung, erhöhte Retourenquoten oder ein Wechsel der Bestseller-Ränge in großen Shops. In einzelnen Märkten kann die Wirkung stärker sein, wenn die Debatte dort über lokale Creator besonders stark skaliert oder wenn bestimmte Claims regulatorisch sensibler sind.

Deutlichere Signale liefern Social-Media-Metriken. Typisch ist eine Phase mit Follower-Volatilität (Abwanderung plus Gegenbewegung), aber vor allem ein Shift in Engagement-Qualität: mehr Kommentare pro Post, jedoch mit höherem Anteil kritischer Rückfragen, sowie ein Anstieg von Negativ-Bewertungen in Reviews. Eine einfache Sentiment-Analyse zeigt sich oft schon ohne Tools, wenn sich Kommentarcluster wiederholen, etwa „Warum keine Stellungnahme?“ oder „Zeigt Quellen“. Professionelle Auswertungen nutzen dafür Social-Listening, entscheidend ist aber, ob das negative Narrativ über mehrere Wochen stabil bleibt oder nach dem News-Zyklus abflaut.

Beim Markenimage zählt nicht nur Reichweite, sondern die Suchintention: Steigen Suchanfragen nach „Skandal“, „Problem“, „Inhaltsstoffe“ zusammen mit der Marke, ist das ein Warnsignal. Gleichzeitig können Kontroversen paradox wirken, sie erhöhen die Sichtbarkeit und führen bei einem Teil der Zielgruppe zu Trotz-Käufen.

Bei Handelspartnern ist das Spektrum breit: Komplettes Delisting ist selten, wahrscheinlicher sind temporäre Zurückhaltung bei Kampagnenplatzierungen, vorsichtigere Sortimentstiefe oder strengere Anforderungen an Claims und Kennzeichnung. Solche Einschränkungen werden oft nicht öffentlich erklärt, sondern zeigen sich in der Praxis über Verfügbarkeit und Promotions.

Vergleich mit anderen Beauty-Skandalen: Was lässt sich lernen?

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Foto von Harper Sunday auf Unsplash

Viele Kosmetik-Kontroversen folgen wiederkehrenden Mustern: Ein Creator-Clip oder ein Thread löst Aufmerksamkeit aus, Screenshots zirkulieren, anschließend verschiebt sich die Debatte von der Einzelfrage (Formulierung, Claim, Motiv) hin zu Vertrauen und Wertehaltung. Ähnliche Dynamiken gab es bei Vorwürfen zu problematischen Aussagen von Gründerpersonen, bei vermeintlich überzogenen Wirkversprechen oder bei Kritik an Marketing, das kulturelle Codes nutzt, ohne Kontext zu liefern.

Erfolgreiche Krisenkommunikation ist meist schnell, konkret und überprüfbar. Beispiele aus der Branche zeigen: Wenn Marken früh mit belastbaren Informationen reagieren (klare INCI-Erklärung, Prüfprozesse, Korrektur falscher Behauptungen) und zugleich echte Verantwortung übernehmen (Fehler benennen, Anpassungen dokumentieren), beruhigt sich die Lage oft schneller. Gescheiterte Reaktionen wirken dagegen wie „PR-Floskeln“, besonders wenn sie ohne Quellen bleiben, Kritik pauschal abwerten oder wenn mehrere Versionen der Geschichte kursieren.

Ein weiterer Lernpunkt ist die Rolle von Third Parties: Unabhängige Expertinnen, Labore, Zertifizierer oder nachvollziehbare Dokumente können Vertrauen zurückholen, sofern sie transparent eingebunden sind. Reine Influencer-Verteidigung ohne Fakten kann hingegen Öl ins Feuer gießen.

Langfristig hängt die Erholung des Images davon ab, ob der Skandal als Einzelfall erinnert wird oder als Teil eines Musters. Manche Marken stabilisieren sich nach einigen Monaten, wenn Produktqualität und Community-Bindung stark sind. Andere tragen den Reputationsschaden über Jahre, besonders wenn der Vorwurf immer wieder neu befeuert wird oder wenn Handelspartner und Creator dauerhaft Abstand halten.

Einordnung: Gerücht, Hype oder echtes Problem?

Die Beweislage rund um die Vorwürfe ist gemischt und genau hier entscheidet sich, ob eine Kontroverse Substanz hat oder primär von Dynamiken der Plattformen lebt. Belastbar sind Punkte, die sich über nachvollziehbare Dokumente prüfen lassen, etwa öffentlich einsehbare INCI-Listen, Chargenhinweise, offizielle Produktseiten, Rückrufmeldungen, verbindliche Aussagen von Handelspartnern oder klar datierte Markenstatements. Auch standardisierte Tests durch unabhängige Labore oder Zertifizierer können Vorwürfe stützen oder entkräften, sofern Methodik und Rahmenbedingungen transparent sind. Weniger tragfähig sind Behauptungen, die nur auf Screenshots ohne Quelle, Hörensagen oder dekontextualisierten Clips beruhen.

Social Media verstärkt diese Unschärfe: Algorithmen bevorzugen Inhalte, die Empörung, Überraschung oder klare Fronten erzeugen. Influencerinnen und Influencer wirken dabei wie Multiplikatoren, oft mit gutem Aufklärungsanspruch, manchmal aber auch mit Zuspitzung, weil Reichweite und Timing zählen. In Echokammern werden Gegenargumente schnell als „Verteidigung“ abgetan, während einzelne Indizien durch Wiederholung wie Beweise wirken. Die Folge ist eine Debatte, in der Geschwindigkeit oft vor Prüfung kommt.

Nach Abzug von Gerüchten bleibt als ernsthafte Kritik vor allem übrig, was sich konkret belegen lässt: Unklare Claims, fehlende Transparenz in der Kommunikation, inkonsistente Erklärungen oder Qualitätsfragen, die sich anhand reproduzierbarer Befunde zeigen. Genau diese Punkte verdienen Aufmerksamkeit, weil sie direkt Vertrauen, Sicherheit und Kaufentscheidung betreffen.

Ausblick: Wie geht es für Huda Beauty weiter?

Strategisch hat Huda Beauty mehrere Hebel, um aus der Situation herauszukommen. Ein Rebranding kann helfen, wenn die Marke ihr Narrativ neu ordnet, etwa mit klarerem Fokus auf Produktkompetenz statt Personenkult. Noch wirksamer ist häufig ein Transparenzpaket: nachvollziehbare Aussagen zu Formulierungen, Lieferkette, Prüfprozessen, Beschwerden und Anpassungen, ergänzt durch unabhängige Audits oder Laborpartner. Parallel sind neue Produktlinien möglich, die ein Signal setzen, zum Beispiel sensiblere Haut, duftfrei, klinisch getestete Claims oder nachhaltigere Verpackung, sofern die Versprechen belegbar sind. Auch eine geografische Neuausrichtung kann sinnvoll sein, wenn einzelne Märkte stärker reputationsgetrieben reagieren als andere.

Beim Wettbewerb profitieren vor allem Marken, die als „sicherer Kauf“ gelten: etablierte Player mit starker Compliance-Kommunikation, aber auch Indie-Labels, die Transparenz als Kernwert spielen. Ob der Abfluss dauerhaft ist, hängt von der Loyalität der Kernzielgruppe ab. In Beauty ist sie hoch, wenn Performance und Shade-Range überzeugen, sie bröckelt jedoch, wenn Handelspartner Promotions reduzieren und Creator weniger organisch empfehlen.

Langfristig ist Erholung möglich, wenn die Marke konsistent Fakten liefert und Kritikpunkte messbar adressiert. Ohne überprüfbare Korrekturen kann der Skandal zum Wendepunkt werden, an dem sich ein schleichender Vertrauensverlust in sinkender Relevanz, geringerer Regalfläche und weniger kultureller Strahlkraft manifestiert.

Häufig gestellte Fragen

Wie erkenne ich anhand der INCI-Liste, ob ein Huda-Beauty-Produkt problematisch sein könnte?

Vergleichen Sie die vollständige INCI-Liste mit bekannten Reizstoffen wie Duftstoffen oder starken Säuren. Die Artikelquelle empfiehlt, Chargenkennzeichnung und Warnhinweise auf der Verpackung abzugleichen und Screenshots mit Datum zu sichern. Ohne Chargenvergleich sind Einzelangaben nur ein Indiz, keine definitive Beweislage.

Welche Schritte sollte ich bei einer Hautreaktion nach Anwendung eines Huda-Beauty-Produkts unternehmen?

Führen Sie einen 24-48 Stunden Patch-Test am Unterarm durch, wie im Text empfohlen. Bei sichtbarer Irritation Fotos machen, Chargennummer notieren und Händler- oder Herstellerhinweise prüfen. Bei stärkerer Reaktion ärztlichen Rat einholen und die Chargendaten bereithalten.

Gilt für DACH-Verbraucher die EU-Kosmetikverordnung für Huda-Beauty-Produkte?

Ja, für Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009 der relevante Standard. Sie fordert Sicherheitsbewertungen, eine verantwortliche Person und INCI-Deklaration. Diese rechtlichen Vorgaben sind im Artikel als zentrale Prüffaktoren genannt.

Warum hatten Social-Media-Beiträge so viel Einfluss auf den Huda Beauty Skandal?

Weil einzelne Clip-Posts oder Threads Einzelfälle stark verallgemeinern und große Accounts die Reichweite vervielfachen. Viele Beiträge nutzten Screenshots aus Shops oder kurze Tutorial-Ausschnitte, wodurch Kontext verloren ging. Ohne dokumentierte Belege lassen sich solche Vorwürfe schwer widerlegen.

Können Händlerentscheidungen das Markenimage von Huda Beauty langfristig schädigen?

Ja, der Artikel nennt reduzierte Promotions oder veränderte Sortimentplatzierungen als messbare Folgen. Wenn Handelspartner Regalfläche verringern, kann das Vertrauen langfristig sinken. Ob dieser Effekt dauerhaft ist, hängt von der Loyalität der Kernzielgruppe ab.

Welche Transparenzmaßnahmen würden am besten helfen, das Vertrauen in Huda Beauty wiederherzustellen?

Ein nachvollziehbares Transparenzpaket mit Formulierungsangaben, Lieferketteninformationen und unabhängigen Audits wird als wirksam beschrieben. Ergänzend helfen geprüfte Laborpartner und dokumentierte Beschwerdenbearbeitung. Glaubwürdigkeit entsteht erst durch nachprüfbare Maßnahmen, nicht durch bloße Statements.

Sollte Huda Beauty ein Rebranding oder neue Produktlinien in Betracht ziehen?

Das kann sinnvoll sein, wenn das Narrativ neu geordnet werden soll und Produktkompetenz betont wird. Der Text nennt mögliche Signale wie duftfreie, sensiblere Linien oder klinisch getestete Claims. Entscheidend ist, dass solche Versprechen belegbar und konsistent umgesetzt werden.

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